Pinge

Aus Mittelalter-Lexikon
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Pinge (mhd. binge = Vertiefung, Graben; hier: Schürfgrube zur Gewinnung von oberflächennahem Eisenerz). In der Bergmannssprache ein Bodendenkmal in Trichterform, entstanden durch Einsturz urgeschichtlicher und ma. Grubenbauten. Anzutreffen zu Hunderten bis zu Tausenden in vielen Regionen Deutschlands (z.B. bei Kelheim, bei Sachsenburg im Erzgebirge), zumeist kreisrund und mit einem Durchmesser von bis zu 12 m und einer Tiefe von mehreren Metern. Stets in Wäldern oder nicht überpflügtem Gelände. Häufig mit Schlackenhalden vergesellschaftet. Mancherorts werden derartige Trichtergruben wegen volkstümlicher Missdeutung als „Schwedenlöcher“ bezeichnet – hielt man sie doch für in Kriegszeiten angelegte Flucht- und Versteckplätze.