Pirmin(ius)

Aus Mittelalter-Lexikon
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Pirminius (Pirmin, Primin, „Apostel der Alemannen“; gest. 753) Abt und Wanderbischof, wahrscheinlich Westgote oder Iroschotte, auf den viele fma. Klostergründungen zurückgehen, so u.a. die von Reichenau (724), Murbach (Elsaß; 728; von Pirmin „Vivarium peregrinorum“ genannt), Niederaltaich (Bayern; 741) und Hornbach (Pfalz; 750; nahe dem Kloster entstand eine Siedlung, die 820 erstmals als Pirminshusna – Pirmasens – erwähnt ist). In Hornbach ist Pirmin gestorben und wurde ausweislich einer Metzer Handschrift des 8. Jh. alsbald als Heiliger verehrt. Seine Gebeine sind über Speyer nach Innsbruck gekommen, jedoch rühmen sich auch andere Orte seiner Reliquien. Pirmin galt als Helfer gegen Ungeziefer und Schlangen, gegen Pest, Augenleiden, Vergiftungen und Gicht. Als eines der ihm zugeschriebenen Wunder nennen Martyrologien die Vertreibung der Schlangen von der Insel Reichenau.
Pirmin gehörte zu den Missionaren, derer sich die Karolinger bei der Ausdehnung ihrer Herrschaft bedienten. Seine Klöster folgten der „regula mixta“, einer Kombination der Benedikts- und der Columbans-Regel. Die Pirminsklöster sollten den Bischöfen und Stiftern gegenüber selbständig sein und untereinander einen festen Verband bilden. Seine Predigten an die Neubekehrten ("Dicta Abbatis Pirmini") sind eine wichtige Quelle für Christentum und Missionswerk im 8. Jh.