Pitanz

Aus Mittelalter-Lexikon
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Pitanz (v. lat. pietas = Milde, Güte; mlat. pythancia). Bezeichnung einer zusätzlichen Portion von Nahrungsmitteln für Mönche oder Mitglieder einer geistlichen Einrichtung zu bestimmten Anlässen (etwa zu bestimmten Feiertagen oder zur Fastenzeit vor Ostern). Von der Pitanz sollten auch Konversen, Kranke und Gäste nicht ausgeschlossen sein. Für die Zuteilung wurde im 13. Jh. das Amt des Pitanzmeisters (Pitanzer, Pythancionarius) eingerichtet. Sie bestand in erster Linie in eiweißreichen Nahrungsmitteln wie Eier und Käse, aber auch aus Weizenbrot, frischer Butter, gutem Bier oder einer doppelten Portion von Fisch. Die zusätzlichen Kosten für die zusätzliche Speise wurden aus frommen Stiftungen (z.B. für Totengedenken) bestritten.
Gelegentlich wurde auch im weltlichen Bereich eine Extraportion oder eine Draufgabe von Nahrungsmitteln als Pitanz bezeichnet.