Pleier, Der

Aus Mittelalter-Lexikon
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Pleier, Der (mhd. playäre, plaiar, plaeiar; 13. Jh.). Ministeriale aus dem bayer.-österr. Sprachraum, mhd. Epiker, dessen Sprache an der Hartmanns von Aue geschult ist. Sein Name (mhd., = Schmelzmeister) könnte daher rühren, dass er bereits bestehende Texte kompilierend umarbeitete, „umschmolz“. Er schuf zwischen 1260 und 1280 drei längere Versromane aus der Tradition der Artusdichtung: "Garel von dem blühenden Tal", "Tandareis und Floribel" und "Meleranz". Der Garel ist in Anlehnung an Strickers "Daniel vom blühenden Tal" entstanden. Der Held unternimmt im Auftrag seines Königs Artus eine Erkundungsfahrt gegen ein feindliches Reich. Er besteht glanzvoll eine Reihe von Abenteuern, gewinnt Kampfgefährten und schlägt den Feind, noch bevor das Heer Artus' eintrifft. – Im zweiten Roman gehen der Edelknabe Tandareis und die ind. Prinzessin Floribel am Artushof eine Liebesbeziehung ein, noch bevor Tandareis Schwertleite und ritterliche Bewährung erlangt hat. Wegen dieses Fehlverhaltens fallen sie in Ungnade bei Artus, Tandareis flieht. Nach langer Abenteuerfahrt kehrt er unerkannt zurück, geht aus drei Turnierkämpfen als Sieger hervor, wird huldvoll wieder aufgenommen und mit Floribel vermählt. – Der Held des dritten Romans, der junge Meleranz, ein Neffe König Artus', verirrt sich auf seiner Fahrt zum Königshof und gelangt zu der schönen Feenkönigin Tytonie, die ihn für einige Zeit an sich fesselt. Meleranz nimmt Abschied, zieht an den Artushof, bleibt dort bis zu seiner Schwertleite, um danach auf abenteuerlichen Wegen zu seiner Minnegefährtin zurückzukehren.