Polternacht

Aus Mittelalter-Lexikon
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Polternacht, -abend (zu mhd. bollen, bollern, spmhd. buldern = Getöse machen, lärmen, rumpeln; lat. tumultuari, strepere = desgl.). Bis ins MA. zurück geht der Brauch, am Abend und in der Nacht vor einer Hochzeit die bösen Geister, die dem Brautpaar schaden könnten, durch lautes Lärmen zu vertreiben. Dazu versammelten Freunde und Bekannte des Brautpaares, zogen zu einem von dessen elterlichen Häusern und machten mit allen nur denkbaren Gegenständen Radau: sie schrien und johlten, knallten mit Peitschen, knarrten mit Ratschen, trommelten, pfiffen auf schrillen Flöten, klapperten mit Tiegeln und Pfannen usw. Um von den Dämonen nicht erkannt zu werden, hatten sie sich maskiert. Das Treiben wurde von einem abendlichen Imbiss nebst Umtrunk und mit Musik beschlossen.
Unklar ist, wann der Brauch des Zerschlagens von Tongeschirr („Scherben“) aufgekommen ist.
(s. Charivari, Dämonenabwehr, Dämonenzauber, Eheschließung)