Psalterium

Aus Mittelalter-Lexikon
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Psalterium (lat.; grch. psalterion, v. grch. psallo = eine Saite zupfen; Psalteriumszither). Griffbrettloses Zupfinstrument, das im 12. Jh. aus dem Orient über das arab. Spanien, durch Kreuzzugsteilnehmer auch von Byzynz her nach Europa kam. Das Psalterium bestand aus einem dreieckigen, rechteckigen oder trapezförmigen Resonanzkörper, dessen Seitenteile später nach innen gebaucht waren; die Bespannung bestand aus oft mehr als 20 Darmsaiten. Diese wurden mit den Fingern oder mit Stäbchen gezupft; da das Psalterium auch durch Anschlagen der Saiten mit besagten Stäbchen gespielt wurde, war es vom geschlagenen ®Hackbrett kaum zu unterscheiden Das trapezförmige Ps. mit geschwungenen Seitenteilen wurde in Deutschland Schweinskopf genannt, in Form eines halben Schweinskopfes heißt das Instrument Halbpsalter. (Bei der Benennung bezog man sich auf den vom Metzger von unten her in der Schädelmitte gespaltenen Schweineschädel, dessen beide Hälften an der Schwarte des Schädeldachs aneinanderhingen.)Nachfolger des Instruments wurden auch mit Hämmern geschlagen und leiteten zum ®Cembalo über.
Als Psalterium oder Psalter wurde auch das bibl. Buch der Psalmen bezeichnet, sowie ein liturg. Buch, in welchem Psalmen gemäß besonderer Zwecke (Messe, Stundengebet, Kloster, Weltkirche) zusammengestellt sind.