Rainer von Viterbo

Aus Mittelalter-Lexikon
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Rainer von Viterbo (Reinerius de Viterbo, Raniero Capocci; ~1180-1250). Aus adliger Familie Viterbos stammender Kardinal unter den Päpsten ®Innozenz III., Honorius III. , Gregor IX. und Innozenz IV. Bekannt wurde er vor allem als eifernder Vertreter der päpstlichen Propaganda gegen Kaiser Friedrich II., den er in Flugschriften und Hasstiraden bezeichnete als „Fürst der Tyrannei“, „Zerstörer der kirchlichen Lehre“, „Umstürzer des Glaubens“, „Antichrist“, „Lehrmeister der Grausamkeit“, „Hammer der ganzen Kirche“ usf. Derartige Anwürfe, auf die Friedrich in gleicher Tonlage antwortete, bereiteten die Stimmung vor, aus welcher Friedrich auf dem ersten Konzil von Lyon (1245) für abgesetzt erklärt wurde. Außer als Mann des Wortes tat sich Rainer als Feldherr des Papstes hervor und bekämpfte kaiserliche Truppen bei Rom (1234/35) und Viterbo (1245-47). An dem Kreuzzug gegen die Katharer nahm er in Südfrankreich als päpstl. Legat teil. (Bei dieser Gelegenheit lernte er den Gründer des Dominikanerordens, Domingo de Calaruega, kennen, für dessen neugegründeten Ordo de fratres praedicatorum er bei der röm. Kurie erfolgreich warb.)