Ratpert aus Zürich

Aus Mittelalter-Lexikon
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Ratpert aus Zürich (gest. um 890). Schweizer Benediktiner, Lehrer und Vorsteher der Klosterschule von St. Gallen, schuf den ahd. St. Gallus-Hymnus (nur in der lat. Fassung Ekkeharts IV. erhalten) sowie den ersten Teil der zeitgeschichtlich bedeutsamen "Casus Monasterii Sancti Galli", einer Hauschronik seines Klosters bis zum Jahr 884, die später von Ekkehard IV. v. St. Gallen weitergeführt wurde. Die Casus (Vorfälle, Begebenheiten) sind in sachlichem Stil gehalten, stützen sich weitgehend auf Dokumente und handeln von Äbten und anderen herausragenden Persönlichkeiten, von Besitz und Rechten des Klosters, seiner Entwicklung und seiner politischen Bedeutung.
Ratpert führte bei lat. Versen den leoninischen Reim ein. (Versus leoninus = Hexameter oder Pentameter, bei dem Versmitte und Versende reimen.)