Reichskreuz

Aus Mittelalter-Lexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Reichskreuz. Das 77 cm hohe Reichskreuz diente als Behältnis der bedeutendsten Reliquien des ®Kronschatzes, der ®Heiligen Lanze und des Spans vom hl. Kreuz. Es besteht aus einem mit Goldblech beschlagenen Eichenholzkern, ist mit Perlen und Edelsteinen besetzt und seitlich wie rückwärts mit Niello geschmückt. Die Inschrift auf den Seiten lautet: ECCE CRVCEM DOMINI FVGIAT PARS HOSTIS INIQUI + HINC CHVONRADE TIBI CEDANT OMNES INIMICI (Siehe, vor dem Kreuz des Herrn ergreift der böse Feind die Flucht; so mögen auch dir, Konrad, alle Widersacher weichen.) Die Namensnennung gilt Kaiser Konrad II., in dessen Regierungszeit das von seinem Vorgänger Heinrich II. in Auftrag gegebene Kreuz wohl vollendet wurde. Nach Öffnung der Vorderseite werden die Aussparungen im Holzkern sichtbar, in denen die Reliquien geborgen waren. Das Kreuz entstand wahrscheinlich ab 1024 (noch unter Heinrich II.), der Fuß wurde unter Karl IV. 1352 in Prag gefertigt. Das Original befindet sich in der Weltlichen Schatzkammer Wien, eine hervorragende Kopie von E. W. Huppert ist auf Burg Trifels ausgestellt.