Reimchronik

Aus Mittelalter-Lexikon
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Reimchronik. Die ma. volkssprachliche Geschichtsdarstellung wurde – im Gegensatz zur lat. Prosachronik – in meist vierhebigen Reimpaarversen abgefasst. Die Reimchroniken verquickten historische Tatsachen mit heilsgeschichtlichen, legenden- und sagenhaften Elementen und zielten weniger auf historische Tatsachentreue als auf erbauliche und unterhaltende Wirkung. Sie befassten sich mit der gesamten Weltgeschichte oder mit zeitlichen bzw. räumlichen Ausschnitten daraus. Beispiele: die anonyme "Kaiserchronik" (um 1150; behandelt die Zeit von der Gründung Roms bis zum Jahr 1147); die "Sächsische Weltchronik" des Eike von Repgow (um 1230); die "Weltchronik" des Rudolf von Ems (um 1250); die "Deutschordens-Chronik" des Nikolaus von Jeroschin (um 1340; eine Übersetzung und Versifikation der lat. Ordenschronik des Peter von Dusburg).