Reimpaar

Aus Mittelalter-Lexikon
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Reimpaar. Die älteste und einfachste Reimform (aa bb) der fma. (ahd., mlat.) Dichtung mit dem Grundmetrum eines Vierhebers. Sie beherrscht im weiteren Verlauf die höfische Epik und noch die sma. Dichtung. Textbeispiel (das zugleich für eine Equivoke [= Zweideutigkeit, Wortspiel] steht): Peter Suchenwirt, "Die red ist Equivocum"

Heyliger geist, sterkh mein gemuet,
Mich hat mein torhait vil gemuet,
Dovon ich trag der sunden last,
Ich pitt dich, daz du mich nicht last.
Herr, du pist der ewig hort,
Ich wolt vil gern, daz mich hort
Dein Parmung, die ich fleizzig man;
....

(gemuet, gemüete, gemuote = Gemüt; gemüet v. gemüejen = bekümmern, in Not bringen)