Reisegepäck

Aus Mittelalter-Lexikon
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Reisegepäck (mhd. gepac; v. mndl. pac = Bündel, Ballen). Art und Menge der Habseligkeiten, die Reisende mit sich führten, hingen von deren Stand und dem Zweck der Reise ab. Für Fußreisende galt generell: so wenig Reisegepäck wie möglich. Zur unerlässlichen Ausstattung gehörten: ein fester Mantel, der nachts als Decke dienen konnte; eine Umhängtasche (mit dem Nahrungsbedarf für wenige Tage: Brot, Käse, Nüsse u.ä., für Münzen, Empfehlungsschreiben); ein Wasserbehälter (Kürbisflasche, Lederflasche, Tierblase oder Steinkrug); ein Wanderstab (als Gehhilfe und Waffe); ein Messer (als Essbesteck); Feuerzeug (Stein, Stahl, Zunder); ein leichtes Netz (zum Fisch- oder Vogelfang). Bei Schiffsreisen konnte zwar mehr Gepäck mitgenommen werden, jedoch wiederum nur so viel, wie nach der Ankunft weiterbefördert werden konnte – sei es als Fußreisender oder Berittener, als Einzelreisender oder mit Gefolge. Hochgeborene, Wohlhabende oder hohe Amtspersonen reisten zu Pferd, hatten Packtiere oder Packwagen zur Verfügung und konnten entsprechend größere Bagage mit sich führen. Dazu gehörten Waffen, ein Zelt und aufwendigere Kleidung und Verpflegung. In Wagen reisten bis zum SMA. nur Damen; außer dem – wegen schlechter Straßen und mangelnder Wagenfederung – eher zweifelhaften Vorzug des Gefahren-werdens genossen sie den Vorteil, umfangreiches Gepäck mit sich führen zu können.
Das Marschgepäck der Ritter und ihrer berittenen und unberittenen Gefolgschaft dürfte dem jeweiligen zivilen Reisegepäck entsprochen haben. Mannschaftsproviant, Zelte und Pioniergerät wurde auf Planwagen mitgeführt. Der Transport größerer Mengen von Heu und Hafer für die Reitpferde war ein nahezu unlösbares logistisches Problem, sodass Kriegszüge nur zwischen März und Oktober unternommen werden konnten, solange genügend Grünfutter zur Verfügung stand.