Richard von Wallingford

Aus Mittelalter-Lexikon
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Richard von Wallingford (um 1291 - 1336). Englischer Mathematiker und Astronom. Der früh verwaiste Sohn eines Hufschmieds aus Wallingford (Berkshire) wurde von dem Prior des dortigen Klosters protegiert und zum Studium nach Oxford geschickt. Nach Beendigung der Artes-Studien trat er in die Benediktiner-Abtei St. Albans (Hertfordshire) ein, kehrte jedoch nach Oxford zurück, um Philosophie und Theologie zu studieren. 1327 wählte ihn sein Konvent zum Abt, als welcher er sich jedoch bald aufgrund seiner Strenge und Gesetzestreue unbeliebt machte. Wegen einer Lepraerkrankung musste er sein Kloster verlassen und starb bald darauf.
Neben einem vierteiligen Werk über Trigonometrie verfasste er Beschreibungen astronomischer Instrumente und experimentierte mit einer mechanischen astronomischen Uhr, genannt „Albion“ ("all-by-one", da sie außer der Tageszeit die Jahreszeiten und den Stand von Sonne, Mond und Planeten zeigte. Eine Replik dieser Kunstuhr ist im British Museum, London zu sehen.) Als Astrologe machte er Wettervorhersagen und Prognostiken künftiger Ereignisse.