Ritzzeichnung

Aus Mittelalter-Lexikon
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Ritzzeichnung (Arch.). Im Wandmauerwerk, Wandputz oder im Steinbelag von Fußböden haben sich In Frankreich, England und Deutschland ab etwa 1250 Architekturzeichnungen erhalten, die entweder Bauteile im Maßstab 1 : 1 oder Grundrisse in verkleinertem Maßstab darstellen. Die Ritzzeichnungen wurden mit Richtscheit und Zirkel konstruiert und 2 bis 3 mm in den Grund eingetieft. Hilfs- und Konstruktionslinien sind in manchen Fällen noch erkennbar. Zeichnungsgegenstände sind u.a. Maßwerkfenster, Strebebogen, Wimperge, Rosetten, auch Querschnitte einzelner Bauteile oder – wesentlich seltener – Kirchengrundrisse. Die Zeichnungen waren teils flüchtige Entwürfe, teils dienten sie zum Abgreifen der Maße oder zum Auslegen der bearbeiteten Stücke.
Zeichnungen von Bauwerken und von Werkteilen (z.B. Formsteinen) wurden auch in Gipsplatten eingeritzt. Wofern Formsteine im Maßstab 1 : 1 abgebildet wwren, dienten sie als Vorlage für die Schablonen der Steinmetze.