Saline

Aus Mittelalter-Lexikon
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Saline (lat. salinae = Salzwerk; mhd. salzsiede, -sode, -werc). Anlage zur Gewinnung von ®Salz durch Verdampfen salzhaltigen Wassers (Sole). Ursprünglich ließ man Meerwasser verdunsten oder versott das Wasser natürlicher Salzquellen. Um die Mitte des 12. Jh. kam im östlichen Alpenraum das Verfahren auf, unterirdische Salzlager durch Auslaugung auszubeuten. Dazu wurde ein Stollen in salzführende Schichten abgeteuft und mit Wasser geflutet. War genügend Salz in Lösung gegangen (bei einer sudreifen Konzentration von ca. 25%), wurde die Sole abgeschöpft und über Gerinne den Sudhäusern zugeleitet.
Kleinste Einheiten eines ma. Salzwerks waren die Siedehütten (lat. casa; mhd. kote), hölzerne, scheunenartige Gebäude, in denen Sole verdampft und Salz gewonnen wurde. Jede Siedehütte unterhielt eine oder mehrere Pfannen, die regional von unterschiedlicher Größe waren. Dazu kam ein Sole-Vorratsbehälter (in Lüneburg "Schiff" genannt), der durch Schöpfknechte oder über Gerinne vom Schacht her gespeist werden musste. Außer den Siedehütten gehörten zum unerlässlichen Bestand einer Saline Dörrhäuser (in denen die in Kufen geformten Salzblöcke trockneten), eine Pfannenschmiede (zur Herstellung und Ausbesserung von Sudpfannen), Holzlager für Bau- und Brennholz, eine Zimmerei für die Balkenkonstruktion der Hütten, zur Fertigung von Hebezeugen, Rohrleitungen usf. sowie eine Böttcherei zur Herstellung der Salzfässer. (Gradierwerke und Kohlefeuerung kamen erst im 16. Jh. auf.)
(s. Darre, Salzgewinnung, Salzsieder, Solegewinnung)