Salmiak
Salmiak (v. lat. sal ammoniacum = Salz des Ammon, weil es im alten Ägypten in der Nähe eines Ammon-Tempels gefunden wurde; alchemistische Bezeichnung arab.nusadir, al-uqab; verballhornt aloacaph; lat. aquila, dt. Adler; chem. Ammoniumchlorid, Summenformel NH4Cl. Ein farbloses, gut wasserlösliches Salz von stechendem Geschmack, welches in faserigen Kristallen vorliegt). War wohl nicht den hellenistischen sondern erst den arabischen Alchemisten bekannt und wurde u.a. verwendet, um Oxydationsschichten auf Metallen zu reduzieren. Die erste Erwähnung findet sich um 800 bei Abu Abdallah Muhammad ben Jahja, einem Schüler des Djabir ibn Hajjan unter der Bezeichnung „Nusadir“. Bei Rhazes erscheint der Salmiak als „Hauptreagens und Grundpfeiler der chemischen Theorie“ (zit. nach J. Ruska); er rechnet ihn den Geistern, also den sublimierbaren Substanze zu. Im gleichen Sinn äußert sich die Schrift „De Aluminibus et Salibus“ (9. Jh.) unter dem Titel „De sale armoniaco“: "... das trefflichste und edelste der Salze ... seine Natur ist heiß, trocken, fein, eindringend und durchbohrend ...".
Salmiak war wohl zuerst von natürlichen Vorkommen in Persien her bekannt. Seit etwa 1100 wurde s. in Ägypten auch aus Kamelharn gewonnen und nach Europa exportiert. Im europäischen MA. wurde er aus den Verbrennungsrückständen von Klauen, Dung, Rinderhörner, Hirschgeweih und fermentiertem Urin gewonnen,denen man z. T. Kochsalz und Ruß zugesetzt hatte. Verwendung fand er als Reaktionsstoff u.a. beim Färben, Gerben, beim Reinigen von Metalloberflächen und als Bestandteil von Flussmitteln beim ®Löten.