Schneeberg

Aus Mittelalter-Lexikon
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Schneeberg. Auf einer Anhöhe über dem Schlematal im West-Erzgebirge, etwa 15 km südöstl. von Zwickau, soll nach einer Chronik im Jahre 1453 ein Silberbergwerk bestanden haben, in welchem 1471 reiche Silberfunde gemacht wurden. Durch Investition gewaltiger Summen seitens vermögender Handelsherren entstanden bis 1474 150 Zechen, in denen 1.200 Bergleute arbeiteten. Vier Jahre später waren es 167 Bergwerksbetriebe. 1477 wurde in der St. Georgs-Zeche ein Silberlager von 2 m Länge, 2 m Breite und 1 m Höhe angeschlagen. Das Lager erbrachte gediegenes Silber und Silberglanz im Gewicht von 400 Zentnern. Am 23. April 1477 fuhr Herzog Albrecht von Sachsen persönlich in die Fundgrube ein und speiste statt an einem Tisch an diesem tischgroßen Block von Silber. Im Jahre 1481 erhielt die Bergmannssiedlung das Stadtrecht und den Namen des Berges, auf dessen Silber ihr Ursprung zurückging: Schneeberg. 1483 kam es zur Einrichtung einer landesherrlichen Münze. 1483 - 85 wurde der nahe Filzbach aufgestaut, um das nötige Aufschlagswasser für Kraftmaschinen, Förder- und Pochwerke zu gewinnen. Schachtvortrieb, Ausbau von Stollen und Strecken wurden den geologischen Verhältnissen angepasst, Wasserhaltung und Bewetterung konnten mit dem Ausbau der Zechen Schritt halten, sodass den Schneeberger Zechen die Schwierigkeiten des ®Freiberger Bergbaus erspart blieben. Schon um 1500 waren die Silberlager erschöpft; danach wurde der Bergbau in bescheidenerem Umfang auf andere Metalle (z.B. Nickel, Kobalt) weiterbetrieben.
Nicht zuletzt wegen des silberträchtigen Schneebergs kam es zu Zwistigkeiten zwischen den herzöglichen Brüdern Albrecht und Ernst, die 1484 zur Teilung des gemeinsamen väterlichen Erbes führten. Da die gewinnträchtigen Zechen weiterhin im gemeinsamen Bezitz blieben, blieben auch weiterhin Streitigkeiten nicht aus. Nunmehr amteten in Schneeberg ein kurfürstl.-ernestinischer und ein herzoglich-albertinischer Zehntner.
Ma. Bauten sind – wohl nicht zuletzt wegen eines großen Stadtbrandes im 18. Jh. – nicht erhalten. Die spätgot. St.-Wolfgang-Kirche stammt aus den Jahren 1515 – 1540; sie ist eine der größten Hallenkirchen Sachsens.