Schulgerät

Aus Mittelalter-Lexikon
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Schulgerät. Archäologische Funde auf dem Gelände einer ehemaligen Lübecker Stadtschule (1866) geben Kenntnis von den im 14. Jh. verwendeten Lernmitteln. Erhalten hatten sich holzgefasste Wachstäfelchen, Griffel, Tintenfässer und Rechenpfennige. Auffallend sind hölzerne, kochlöffelartige Gegenstände, die zur Züchtigung gedient haben könnten. Aus bildlichen Darstellungen sma. Schulszenen geht hervor, dass im Rechenunterricht der Abakus Verwendung fand, zum Lesenlernen Holzbuchstaben oder handschriftliche bzw. gedruckte Alphabettafeln und Bücher sowie zum Chorgesang große, auf Ständern aufgeschlagene Psalterien benutzt wurden. Neben der unvermeidlichen Zuchtrute erscheinen Wandtafeln, Tintenhörner, Schreibkiele, Federbüchsen (Pennale; daraus wurde im 17. Jh. Pennäler = einer, der stets die Federbüchse mit sich führt, angehender Student), Zeigestock und Schaubilder. Bildblätter wurden zur Verdeutlichung von Begriffsinhalten (z.B. in der "Ars memorativa" aus Augsburg, um 1475) verwendet.