Schwäbisch Hall

Aus Mittelalter-Lexikon
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Schwäbisch Hall (der ursprüngliche Name „Hall“ wurde durch Ratsbeschluss von 1489 in „Schwäbisch Hall“ geändert). In dem tiefeingeschnittenen Tal des Flüsschens Kocher, am Nordostrand des Schwäbisch-Fränkischen Waldes, hat schon zu keltischer Zeit nahe einer Salzquelle die Siedlung Hall bestanden. In deren Sukzession steht die ma. Gewerbesiedlung, die erstmals 1037 als villa halle superiori beurkundet ist. Der Ort kam aus dem Besitz des Bistums Regensburg an die Grafen von Comburg, die um 1079 in ihrer nahe Hall gelegenen Burg das Kloster ®Großcomburg einrichteten. Nach dem Aussterben der Comburger Grafen (1116) kamen Hall und die Großcomburger Klostervogtei an die Hohenstaufen. 1156 erfolgte die Weihe des roman. Münsters St. Michael und die Einrichtung eines Jahrmarkts um den St.-Michaels-Tag. In der zu Reichtum gekommenen Stadt, seit dem 12. Jh. Prägeort des Haller Pfennigs („Heller“), hält König Heinrich VI. im Jahre 1190 mit einem Gefolge von 4.000 Edelleuten glanzvoll Hof. 1241 verpfändet Konrad IV. Hall an die Schenken der nahegelegenen Burg Limpurg, aus deren ungeliebter Hoheit (u.a. Beanspruchung des Bannrechts in den für das Salzsieden holzbringenden Forsten) sie 1276 durch König Rudolf von Habsburg befreit wird. Im „Wiener Schiedsspruch“ von 1280 bestätigt Rudolf die Unabhängigkeit der Stadt gegenüber den Schenken von Limpurg und erhebt sie zur Reichsstadt. Handwerker und Bürger erlangen 1340 von Kaiser Ludwig d. Bayer zwar das Recht, in den Rat aufgenommen zu werden; der Stadtadel sollte jedoch noch bis 1512 regieren. – Mittelalterliche Bauten: St. Michael (1140 – 56 als roman. Basilika erbaut; got. Langhaus von 1427-56, got. Chor 1495-1525), mit großartiger Freitreppe zu 54 Stufen (1507); Kirche St. Katharina (13./14. Jh.); Kirche St. Johann (beg. um 1200, Chor Ende 14. Jh.); „Keckenhof“ (Wohnturm aus staufischer Zeit); Reste der Stadtbefestigung.