Schweden

Aus Mittelalter-Lexikon
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Schweden (Konungariket Sverige). Die Adligen (Jarle) der nordgermanischen Stämme der Gauten und Svear auf dem südlichen Teil der skandinavischen Halbinsel hatten sich etwa um 900 in der Form eines Wahlkönigtums zusammengeschlossen. Ihre Kaufleute – von den Rus varjagi (Waräger) – genannt, trieben Handel in Russland und hatten Handelsbeziehungen bis hin nach Byzanz und Arabien. Das Christentum konnte sich nur langsam ausbreiten und hat sich erst mit der Einrichtung des Erzbistums Uppsala endgültig durchgesetzt. Aufgrund eines Vertrages, den Heinrich der Löwe mit Knut Erikson, König von Schweden (1168-95), abgeschlossen hatte, begann – zunächst in Südschweden – die Einwanderung deutscher Händler und Handwerker. 1250 gründete der Regent (Hausmeier) Birger Jarl unter starker Hinzuziehung deutscher Zuwanderer die Stadt Stockholm als Handelszentrum und gab ihr eine Ratsverfassung nach deutschem Vorbild. Wie groß der deutsche Einfluss in Schweden im HMA. geworden war, belegt ein königlicher Erlass, demzufolge jeweils nicht mehr als die Hälfte eines Ratsgremiums Deutsche sein durften. Begehrteste Handelsgüter für deutsche Kaufleute waren Kupfer und Eisen, und so wurde folgerichtig der schwedische Bergbau von deutschen Kapitalgebern (hauptsächlich aus Lübeck), Bergbauftechnikern (überwiegend aus Goslar) und Knappen in Schwung gebracht. Von deren Wirken zeugen Namen schwedischer Bergbauorte (z.B. Tidemannshyttan, Könnickehyttan, Garpenberg) und deutsche Lehnwörter für Begriffe des Bergbaus. Die schwedischen Herrscher wussten jedoch zu vermeiden, die Deutschen im Lande zu privilegieren. Birger Jarl bestimmte 1251, dass Deutsche Zuzügler nach schwedischen Recht zu leben hätten und „Schweden“ zu nennen seien. Gegen Ende des MA. waren die Deutschen in der schwedischen Bevölkerung aufgegangen.