Sennespflanze

Aus Mittelalter-Lexikon
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Sennespflanze (mhd. Senna, Sen, Senet, v. arab. sanâ, sannâ; botan. Cassia angustifolia und C. alexandrina). In Nordafrika und Arabien beheimatete Sträucher aus der Familie der Schmetterlingsblütler. Wuchshöhe bis 1,5 m, lanzettliche, hellgrüne, leicht behaarte Blätter, Blüte gelb und traubenförmig, Hülsenfrüchte flach, braun, 2 – 4 cm lang. Zur Arzneimittelherstellung verwendete man Blätter (Sennae folia) und Früchte (Sennae fructus). Wirksame Bestandteine beider sind Glykoside und Schleimstoffe.
Ärzte der griech. und röm. Antike erwähnen die Pflanze nicht. Erst von arabischen Ärzten des 8./9. Jh., welche aus den Hülsen der Früchte kühlende Arznei gegen Augenleiden und Lepra machten, gelangte das Wissen um die Heilpflanze über nordafrikanische Mönche in die abendländische Klosterheilkunde. Die Kultivierung in Mitteleuropa ist nicht gelungen, man war auf Importe hauptsächlich aus Arabien angewiesen.
Frühe schriftliche Erwähnung findet Sennes in dem salernitanischen Arzneibuch „Circa instans“ (um 1150). Die Qualität der Pflanze wurde als wärmend und trocknend eingestuft und mithilfe ihrer Blätter wollte man das Säftegleichgewicht im Körper herstellen. Der Theorie nach zielte man ursprünglich auf die Ausscheidung von gelber und schwarzer Galle, später auf die von Galle und Schleim.
(Als Abführmittel kam die Sennespflanze erst zu Beginn der Neuzeit zu Bedeutung.)