Simonie

Aus Mittelalter-Lexikon
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Simonie wurde die Hingabe kirchlicher Gnadenmittel (Weihen) oder geistlicher Ämter gegen Geldzahlung genannt. Der Name leitet sich von Simon Magus aus Samaria her, der nach seinem Übertritt zum Christentum Petrus Geld anbot, um von ihm das Geheimnis der Vermittlung des Hl. Geistes durch Handauflegen zu erfahren (Apostelgesch. 8,18). Simonie galt nach dem Kirchenrecht als Sünde, war seit 1075 als Ketzerei mit dem Bann belegt, wurde aber im MA. nie mit wirklichem Erfolg bekämpft. Noch 1432 forderte das Konzil von Basel: "Von nun an (!) sollen die Päpste keine Gebühren für kirchliche Ämter fordern oder annehmen". 1492 wurde ein Mitglied der berüchtigten Familie Borgia – „der wildeste Wolf, den die Welt je gesehen hat“ (Papst Leo X.) – gegen die Bestechungssumme von vier Maultierladungen Silber als Alexander VI. zum Papst gewählt.