Stadtgericht

Aus Mittelalter-Lexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Stadtgericht. Städte waren jeweils eigene Gerichtsbezirke. Im Stadtgericht hatte zunächst der vom Stadtherrn eingesetzte Richter (Vogt, Stadtschultheiß) den Vorsitz. Als Urteiler fungierten Schöffen aus der städtischen Oberschicht, den Gerichtsumstand bildete das Stadtvolk. Seit dem 13. Jh. an kam die Niedergerichtsbarkeit der Stadt in die Kompetenz des Rates, der einen beamteten Richter einsetzte. Vom städtischen Gericht behandelte Sachen waren Verstöße gegen städtische Verordnungen und Gesetze, Streitigkeiten um Grundbesitz und um Freiheit städtischer Bewohner, Marktstreitigkeiten und Marktfrevel, Fragen des Gastrechtes. Zu hochgerichtlicher Gewalt brachten es zunächst nur die größeren Reichsstädte. Bis zum Ende des 13. Jh. hatten sich die meisten königlichen Städte die Hochgerichtsbarkeit erkämpft. Landstädte kamen kaum jemals über die Niedergerichtsbarkeit hinaus.