Stadtgeschworene

Aus Mittelalter-Lexikon
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Stadtgeschworene. Die städt. Selbstverwaltung geht auf die Schwurgenossenschaften der führenden Stadtgeschlechter – besonders jener der Kaufmannschaft – zurück, die sich zur Errichtung selbständiger, von dem Stadtherrenrecht unabhängiger Rechte zusammengetan hatten. Vom Beginn des 13. Jh. an hatte sich das städt. Kollegium der meist zwölf conjuratores fori oder jurati (Geschworene, Eidgenossen) von Norden nach Süden fortschreitend etabliert, so in Aire aan de Leie (um 1100), Köln (1112), Freiburg (1120), Basel und Speyer (1190), Straßburg (nach 1191), Lübeck (1201), Eichstätt (1291). Besonders im Süden blieben die jurati civitatis bis zum Ende des MA. die wichtigste städt. Verwaltungskörperschft. Im übrigen gingen die Schwurgenossenschaften im 13. Jh. in die städt. Räte (consilia) über.
(s. Ratsverfassung)