Stephanus

Aus Mittelalter-Lexikon
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Stephanus (altgrch. Stephanos = Siegeskranz, Krone, Preis, Lohn; ein im Hellenistischen geläufiger Name; um 1 u.Z. bis um 40; hl.). Er war einer der Diakone in der christl. Urgemeinde Jerusalems, zuständig für die Armenpflege und für Verbreitung des Evangeliums. In Apg 6, 7 wird geschildert, wie er sich vor dem Hohen Rat der Juden wegen einer Glaubensfrage rechtfertigen musste, und zum Schluss seiner langen Verteidigungsrede ausrief: „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen!“. Die Juden sahen darin eine Gotteslästerung, zerrten ihn vor ein Stadttor und steinigten ihn. Sein gewaltsamer Tod wegen des Bekenntnisses zur Lehre Christi ließ ihn zum ersten der hl. Märtyrer werden.
Sein Gedenktag ist der 25. Dezember. Am 3. August wird die Auffindung seiner Gebeine im Jahre 415 gefeiert. Die Stephans-Reliquien wurden in Kirchen vieler Länder überführt (darunter Rom, Mailand, Ravenna, Tunis, Konstantinopel) und bewirkten viele Heilungswunder. In der Ikonographie erscheint er in der Amtstracht eines Diakons, mit einer Siegespalme, einem Buch und mit Steinbrocken in Händen. Er wurde zum Schutzpatron u.a. der Steinhauer und Maurer, der Pferdeknechte und ihrer Rösser sowie zum Helfer bei Steinleiden, Besessenheit und in der Sterbestunde.