Tagwächter

Aus Mittelalter-Lexikon
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Tagwächter (Kirchenwächter). Während der Zeit des sonntäglichen Gottesdienstes im Kirchort umgehender Wächter, der auf seinem Rundgang Feuerwache hielt und die von ihren Bewohnern verlassenen Häuser vor Diebstahl schützte. Außerdem hatte er darauf zu achten, dass jedermann zur Kirche ging. Vom Kirchgang befreit waren Mütter von Kleinkindern, Kranke und Gebrechliche. Wer gegen die Messpflicht verstieß, wurde zur Meldung gebracht und hatte mit Kirchenstrafe zu rechnen. Unter der Woche taten Tagwächter Dienst an einem Stadtor oder auf einem der Tortürme, wo sie u.a. die Ankunft von fremden Kaufleuten mit einem Trompetenstoß signalisierten.
Reinhold Albert (Sternberg) schreibt, dass der Brauch der "Kirchenwacht" in zahlreichen Ortschaften in Rhön und Grabfeld urkundlich bis 1797 belegt ist.