Tintenfassmadonna

Aus Mittelalter-Lexikon
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Tintenfassmadonna. In einer plastischen Darstellung (um 1450) im Hildesheimer Dom, welche die Gottesmutter mit Schreibutensilien (Tintenfass, Schreibzeug-Beutel) und das Jesuskind mit Schreibfeder und Schriftband darstellt, begründetes Motiv der Marienikonographie. Weil sie das „Wort Gottes“ – Jesus – geboren hat, galt Maria als lese- und schreibkundig, wurde sie mit Attributen wie Schriftrolle, Buch oder Schreibwerkzeug dargestellt. Diesem Leitbild dürften adlige Damen nachgeeifert haben, die in Lesen und Schreiben einen angemessenen Zeitvertreib sahen.