Torf

Aus Mittelalter-Lexikon
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Torf (v. mnddt. torf = das Abgestorbene, zu asächs. turf bzw. ahd. zurf, zurba, = „Rasen(stück)“; mlat. turba). Aus abgestorbenen Moorpflanzen durch Zersetzung unter Luftabschluss (Inkohlung) entstandenes organisches Substrat. Wird nach Trocknung als Heizmaterial verwendet; dieses war schon dem röm. Gelehrten Plinius (1. Jh. u.Z.) bekannt und wurde von einem arabischen Reisenden (10. Jh.) als „brennbare Erde“ erwähnt. Plinius schreibt in seiner Naturalis historia von Leuten, die an der Nordseeküste wohnten: "... sie kochen mit dieser Erde ihre Speisen und wärmen damit auch ihre vom Nordwind erstarrten Glieder". Zu größerer Bedeutung war der Torfabbau schon in der Bronzezeit in den Küstenmooren der Nordsee gelangt. Ein Teil des hier gestochenen Torfs („Seetorf“) diente im MA. der Salzgewinnung (s. Friesensalz). Andere Moore wurden zur Gewinnung von Dünger und von Einstreu in Viehställen abgetorft.
Nicht klar ist, inwieweit im MA. zwischen Torf und Braunkohle unterschieden wurde.
(s. Braunkohle, Moor)