Ursula

Aus Mittelalter-Lexikon
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Ursula, hl. (lat. ursula = kleine Bärin; 4. Jh. u.Z. ). Der Legende zufolge war Ursula die Tochter des christl. Königs Maurus von Britannien, bekannt für ihre Schönheit und Tugend. Ihre Liebe zu Gott hat in ihr den Vorsatz reifen lassen, nicht zu heiraten sondern in ein Kloster zu gehen. Trotz dieses Vorsatzes hat sie ihr Vater dem Fürstensohn Ætherius zur Frau versprochen. Ursula beugte sich dem väterlichen Willen, machte aber zur Bedingung, vor der Hochzeit in Begleitung von zehn Jungfrauen nach Rom zu pilgern. (Die legendären 11.000 Jungfrauen sind wohl durch eine - zwecks Erhöhung der Bedeutung des Geschehens geschehene - Vertausendfachung der Zahl 11 zustande gekommen.) Über die Nordsee segelten sie zur Rheinmündung und gelangten über Köln nach Basel, von wo sie zu Fuß nach Rom pilgerten, wo sie von Papst Siricius empfangen wurden. Auf der Rückreise wurden sie in Köln von den Hunnen gefangen genommen, welche die Stadt zu der Zeit belagerten, und – als sie sich deren Begehrlichkeit verweigerten, - allesamt getötet. Darauf erschienen 11.000 Engel, welche die Hunnen in die Flucht schlugen. Über den Gräbern der Märtyrerinnen errichteten die dankbaren Kölner eine Kapelle, an deren Stelle im 12. Jh. ein Neubau in Form einer roman. Emporenbasilika zur würdigen Präsentation der Reliquien entstand.
In bildl. Darstellungen erscheint sie mit einem Pfeil (der sie getötete hatte) oder einem Segelschiff (auf dem sie aus England zur Pilgerschaft abgereist war). Sie wird als Stadtpatronin von Köln und als Schutzheilige der Jungfrauen verehrt, und um eine glückliche Ehe sowie einen sanften Tod angefleht. – Ihr Gedenktag, der 21. Oktober, gilt als Lostag für den bevorstehenden Winter.
Das Wappen der Stadt Köln zeigt zum Gedenken der 11 oder 11.000 Jungfrauen elf schwarze Tropfen in weißem Feld.