Verden

Aus Mittelalter-Lexikon
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Verden. Ca. 35 km südöstlich von Bremen, auf dem rechten Ufer der Aller (eines rechten Zulaufs der Weser) und an einer Furt gelegen, in welcher eine Fernstraße vom Rhein zur Unterlebe den Fluss quert. Der Ort wird erstmals 782 im Zusammenhang mit einer Massenhinrichtung aufständiger Sachsen durch Karl d. Gr. erwähnt. (Im "Blutbad von Verden" sollen 4.500 aufständige Sachsen von sächs. Adligen an Karl ausgeliefert und hingerichtet worden sein. Nach anderer Lesart waren die Aufständischen ausgesiedelt worden [delocati sunt], woraus ein Schreibfehler enthauptet [decollati sunt] gemacht haben soll.) 810 hatte sich hier eine Kaufmanns-, Fischer- und Fährleutesiedlung namens Ferdi (=Furt) etabliert, deren Kirche 849 durch Ludwig d. Deutschen zum Sitz eines Missionsbistums erhoben wurde. 985 erlangte Bischof Erpo das Markt-, Münz-, und Zollrecht. Noch vor 1192 erfolgte die stadtrechtliche Privilegierung. 1235 konnte sich die Bürgerschaft weitgehend von der bischöflichen Herrschaft befreien und eine eigene Kommunalverwaltung aufbauen. Von 1405 an (und bis 1648) war Verden Freie Reichsstadt.
Ma. Bauten: Dom St. Marien (um 1000 bis 1490; dreischiffige Halle mit bedeutender Ausstattung, u.a. ein roman. Taufbecken um 1250; roman. Kreuzgang); St. Anreaskirche (1. Hälfte 13. Jh.; einschiffiger roman. Bau); St. Johanniskirche (12. Jh.; ältester Backsteinbau in NW-Deutschland); Reste der Stadtbefestigung.