Vitae patrum

Aus Mittelalter-Lexikon
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Vitae patrum (vulgärlat. Vitaspatrum, = der Väter Leben, Väterbuch). Name frühchristlicher lat. Sammelwerke über Leben, Aussprüche und Wirken urchristlicher Eremiten und Glaubenszeugen, wie sie im 3. – 5. Jh. in Kleinasien und Nordafrika gelebt hatten. Als Quellen dienten - überwiegend griechischsprachige – hagiographische Texte, wie etwa die viten der Hll. Antonius, Hieronymus, Hilarion, Ambrosius und Augustinus oder jene der Anachoretin Maria Aegyptica. Werke dieser Art wurden schon in der Benediktregel (6. Jh.) für die monastischen Lesungen und als Pflichtlektüre vorgeschrieben („... et legat ... vitas patrum ... quod aedificet audientes.“)
„Ihre (i.e. der V.p., Verf.) Bedeutung wird nicht überschätzt, wenn man in ihnen eine der ganz zentralen spirituellen Grundlagen des westlichen Mönchtums erblickt“ (Michael Embach).
Im Laufe der Zeit wurden Berichte über spätere Heiligengestalten hinzugefügt, wie etwa die der Hll. Georg oder Martin von Tours.