Vitalienbrüder

Aus Mittelalter-Lexikon
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Vitalienbrüder (zu Viktualien = Lebensmittel, also eigentlich Lebensmittelbrüder, Proviantbeschaffer; lat. fratres vitalienses; mndd. likedeeler = Gleichteiler). Während der Belagerung Stockholms durch Truppen der Margarete, Königin von Dänemark, Norwegen und Schweden (1389), wurde die Stadt von einer Genossenschaft von Piraten und Kaperfahrern von Wismar und Rostock aus mit Lebensmitteln versorgt. Diese „Vitalienbrüder“ genannte Bruderschaft führte auch Kaperkrieg gegen die Handelsschiffe der Kriegsgegner. Nach der Kapitulation Stockholms (1398) setzten sie, vor allem von der Insel Gotland aus, die Freibeuterei gegen Handelsschiffe auf eigene Rechnung fort, bis sie von den Deutschherrenrittern unter Winrich von Kniprode aus der Ostsee vertrieben wurden. In der Nordsee wollten sie ihr Kapergewerbe fortführen, wurden aber 1401 von einer Kriegsflotte der Hanse gestellt und geschlagen. Ihre Anführer Klaus Störtebeker und Godeke Michels wurden 1402 mit mehr als 70 Gefährten hingerichtet. Der letzte Stützpunkt der Vitalienbrüder wurde 1435 durch die Hamburger eingenommen.
(s. Piraten, Strandrecht)