Vulgärlatein

Aus Mittelalter-Lexikon
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Vulgärlatein (zu lat. vulgaris = gewöhnlich, alltäglich, zum Volk gehörend). Der neuzeitliche Begriff steht für die Umgangssprache (sermo quotidianus) der gewöhnlichen Leute in den Gebieten des ehemaligen röm. Reiches, herausgebildet in der Spätantike (Anfang des 3. bis Mitte des 6. Jh.); gekennzeichnet durch Nichtverschriftlichung, lebendige - nach Region und sozialem Milieu höchst unterschiedliche - Weiterentwicklung des Wortschatzes und der Aussprache bei gleichzeitiger grammatikalischer Verwahrlosung. Aus dem Vulgärlatein hervorgegangen sind die Sprachen der gallo-romanischen, hispanischen, italienischen und rumänischen Räume.