Wölbäcker

Aus Mittelalter-Lexikon
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Wölbäcker (auch Hoch- oder Rückenäcker). Ackerbeete, bei denen die humose Krume längs der Beetmitte einen aufgewölbten Rücken bildete. Sie entstanden dadurch, dass der Ackerboden mit dem Scharpflug von den Längsseiten des Feldes zur Mitte hin so umgebrochen wurde, dass er sich dort anhäufte. (Der Schar- oder Beetpflug warf die Ackerschollen nur nach einer Seite um. Deshalb wendete man an den Stirnseiten des Ackers und pflügte auf den anderen Seite zurück. Als Konsequenz ergab sich eine Häufung des Bodens zur Mitte des Ackers hin.) Das Getreide stand auf diesen Äckern zur Mitte hin auf tiefer Krume, an den Beeträndern auf seichter Krume über dem jungfräulichen Untergrund; dadurch war der Wuchs in nassen Jahren in der Mitte, in trockenen an den Rändern besser. Außerdem dienten die Rinnen zwischen den Ackerrücken dem Wasserablauf. (Reste von Wölbäckern findet man heute noch unter Busch und Wald.)