Wahlkapitulation

Aus Mittelalter-Lexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wahlkapitulation (Wahlgeding, Wahlvertrag, Anerinnerung; lat. articuli, capitula iurata, concordata capitularia, pacta conventa, obligationes). Vom 13. Jh. an (und bis in die Neuzeit) wurden zwischen einem Wahlgremium (Kurfürsten, Kardinalskollegium, Domkapitel, Klostergemeinschaft) und dem zur Wahl stehenden Kandidaten (König, Papst, Bischof, Abt) rechtsverbindliche Abmachungen getroffen, welche - in Kapitel gegliedert, schriftlich niedergelegt und beeidigt - die Privilegien der Wahlleute und die Kompetenzen des Gewählten betrafen. Die jeweiligen Bestimmungen konnten sich von Fall zu Fall ändern und waren oft Anlass zu Zwistigkeiten zwischen den Parteien. (Wahlkapitulationen bei der Wahl des deutschen Kaisers sollten erst 1519 aufkommen (Karl V., capitulatio caesarea).