Wandermönche

Aus Mittelalter-Lexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wandermönche, irische. In keltischer Tradition standen das Verlangen irischer Mönche nach Ungebundenheit und ihr Wandertrieb, druidischem Denken war ihr spekulatives und naturverbundenes Wesen verbunden. Auch neigten sie zu Duldsamkeit gegenüber fremdem Geistesgut, das sie gewaltfrei in den christl. Glauben zu überführen suchten. Zudem wichen sie äußerlich von der monastischen Norm des Festlands ab, indem sie ihr Haar vom bis zum Scheitel kahlgeschorenen Haupt nach rückwärts bis auf die Schultern wallend trugen. Sie mussten den linientreuen Vertretern der röm. Amtskirche verdächtig erscheinen, die denn auch – wie Bonifatius – Stellung gegen die "episcopi et sacerdotes vagantes" bezogen, und sie der Sektiererei, gar der Häresie verdächtigten. Irische Mönche missionierten im 7./8. Jh. im Frankenreich, gründeten Klöster und reichten in ihren Klosterschulen Kenntnisse von lateinischer Sprache, Lesen, Schreiben und Kirchengesang weiter. Waren die gelehrten irischen Mönche (wie Clemens und Dungal) noch an der Hofakademie Hofe Karls d. Gr. geschätzte Gäste gewesen, so gerieten sie seit dem 9. Jh. zunehmend in die Isolation. Vom 11. Jh. an, nachdem die Aufgabe der Evangelisation weitgehend erfüllt war, richteten sich zugewanderte bzw. auf einer Pilgerreise heimisch gewordene irische Wandermönche in den sog. ®Schottenklöstern ein.