Wenzel I. der Heilige

Aus Mittelalter-Lexikon
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Wenzel I. der Heilige (Wenzeslaus, slaw. Václav; um 903 - 935). Herzog von Böhmen (921 - 29) aus der Dynastie der Premysliden, nahm unter dem Einfluss seiner Großmutter, der hl. Ludmilla, eine christenfreundliche Haltung ein. Er förderte die Christianisierung Böhmens durch Einstellung deutscher Geistlicher und durch Verbreitung von Reliquien - besonders jener des St. Veit (s. Heilige) - und von Gebetsbüchern aus Deutschland. Dadurch, dass er einem Heerzug Heinrichs I. nach Prag (929) keinerlei Widerstand entgegensetzte, nahm er den Anschluss Böhmens an das Reich billigend hin. Daraufhin erhob sich eine national-heidnische Opposition unter der Führung von Wenzels Bruder Boleslav I., der Herzog Wenzel absetzte und später ermorden ließ. Wenzel wurde alsbald als Märtyrer verehrt und avancierte zum kath. Nationalhelden und Landespatron Böhmens.
Seine Legende schildert Wenzel als vorbildlichen Christen, der Kinder taufen und christlich erziehen lässt, für Armenspeisungen und für die Freilsassung von Gefangenen sorgt. Auf seine Fürbitte hin geschehen Krankenheilungen; seine militärischen Siege beruhen auf der Unterstützung von Engeln, besiegte Gegner bekehrt er zum Christentum.