Xanten

Aus Mittelalter-Lexikon
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Xanten. Nördl. des Legionärslagers Vetera Castra am Niederrhein wurde um 100 n. Chr. auf Befehl Kaiser Traians die Siedlung Colonia Ulpia Traiana erbaut. Über deren Resten sowie über dem hier vermuteten Grab des Märtyrers Viktor (eines christl. Legionärs unter Kaiser Maximian) entstand das Stift "ad Sanctos" (zu den Heiligen; erstmals erwähnt 883), die Keimzelle der Stadt Xanten (im FMA. Ze Santen). Nachdem die Siedlung 1228 vom Kölner Erzbischof das Stadtrecht erlangt hatte, wurde mit dem Dombau begonnen, der aufgrund seiner langen Bauzeit (1263-1544) verschiedene Stilepochen durchlief: die fünfschiffige roman. Basilika erhielt 1351 einen got. Chor, nach 1437 wurde das roman. Langhaus durch ein gotisches ersetzt.
Xanten war seit 1392 Besitz der Fürsten von Köln und Kleve, die ihr jeweiliges Stadtgebiet von dem des anderen durch Mauern abgrenzten. 1444 wurde ganz Xanten dem Herzogtum Kleve zugeschlagen. Die Befestigungsanlagen aus dem 14./15. Jh., die nur zu geringem Teil erhalten geblieben waren, wurden nach altem Vorbild rekonstruiert. Sehenswert das Mitteltor (14. Jh., an der ehem. Grenze zwischen Kölner und Klever Sektor) und das Klever Tor (Backstein-Doppeltor, 1393). Zur Bekanntheit der Stadt hat beigetragen, dass sie im Nibelungenlied als Geburtsort Siegfrieds erwähnt ist.