Zisterne

Aus Mittelalter-Lexikon
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Zisterne (mhd. zisterne, zistern; lat. cisterna, v. cis terram = unterirdisch). Gemauerter oder aus gewachsenem Fels ausgehauener Sammelbehälter für Regenwasser. Diente vor allem in Burgen und Klöstern als Lösch- und Trinkwasserreservoir. - Auch auf den Warften der Nordseemarschen sammelte man Trinkwasser in Zisternen, da das brackige Grundwasser nur zur Viehtränke taugte. Die flaschenförmigen Wasserbehälter („Söde“, v. mndd. sod = Brunnen) waren anfangs mit Erdsoden, später mit Backsteinen ausgekleidet; die flaschenhalsähnliche Öffnung war mit einem hölzernen Deckel verschließbar, um das Eindringen von Seewasser zu verhindern. Die Wasserentnahme geschah mit Eimern, die an langen Stangen oder an einer Wippe (Brunnenbaum) hingen. – Neben den einfachen Sammelbehältern kamen seit dem 12. Jh. aufwendige Filterzisternen auf, bei welchen das Wasser vor dem Eintritt in eine Entnahmekammer Stein-, Sand- und Tonfilter durchlaufen musste.