Alp

Aus Mittelalter-Lexikon
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Alp (mhd. alp, alb, nahtmar, schrat, trut). In der german. Mythologie überirdische, halb göttliche, halb zwerghafte Wesen. Zu ihnen zählt der durch seine Tarnkappe und seinen Kraftgürtel bekannte Zwerg Alberich der Nibelungensage. Im MA. wurden die Alpe als Dämonen verstanden, die Krankheiten und Alpdruck (angstbesetztes Traumerlebnis mit Brustbeklemmung, Atemnot bis hin zu Erstickungsgefühl und schreckhaftem Erwachen; s. Traum) verursachen. Dem Alb entspricht im bayer.-österr. Raum der Drude (mhd. truht[e]).
Die Rolle des Alp-Dämons übernehmen im MA. vielfach die Hexen, die unsichtbar "alben gehen" und sich selbst durch kleinste Ritzen Zugang zur Schlafkammer verschaffen. Abhilfe konnte man etwa durch Verstopfen des Schlüssellochs in der Schlafzimmertür oder dadurch schaffen, dass man seine Schuhe verkehrt herum, d.h. mit vom Bett wegweisenden Spitzen abstellte.
Die im Alptraum (Alpdrücken, lat. suppressio nocturna) oder im Fieberdelirium so lebensecht wahrgenommenen Spukgestalten, die dem Träumer bis zur Erstickungsangst die Brust bedrücken, wurden ganz selbstverständlich als von Dämonen verursacht und als Verursacher aller möglichen Leiden angesehen, für die man keine natürliche Ursache wusste, wie etwa bei Wunden oder Knochenbrüchen. Unter christlichem Einfluss wurden die nächtens bedrückenden Krankheitsdämonen meist zum Teufel umgedeutet. (Noch Luther wusste: "Über das ist kein Zweifel, dass Pestilenz und Fieber und anderer schwerer Krankheiten nichts anderes sei, denn des Teufels Werke".)
Für das Zustandekommen eines Alpdrucks sind Umstände verantwortlich, welche die Atmung des Schlafenden behindern, sowie obstruktive Erkrankungen der Atmungsorgane, überfüllter Magen oder verbrauchte Luft im Schlafraum.
(s. Elben)