Amelungsborn

Aus Mittelalter-Lexikon
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Amelungsborn (Amelunxborn). Ehem. Zisterzienserabtei am Ostrand des Solling, ca. 10 km nordöstl. Holzminden (Niedersachsen), benannt nach einer – heute noch auf dem Klosterareal nachzuweisenden – Quelle (mhd. burne, born) eines „Amelung” genannten Herren. Gestiftet 1129 von Graf Siegfried IV. von Boyneburg und Homburg, gegründet als Tochterkloster von Altenkamp (das über Morimond auf Citeaux zurückgeht; 1135 feierlicher Einzug des Konvents), Mutterkloster von ®Riddagshausen (bei Braunschweig; 1145) und ®Doberan (1171). Erlangte große Bedeutung bei der Christianisiserung und Eindeutschung der Ostgebiete. Ihre Blütezeit erlebte die Abtei Anfang des 15. Jh. mit 50 Mönchen, 90 Konversen und einer großen Zahl von Eigenleuten (familiares). Skriptorium und Infirmarium genossen einen ausgezeichneten Ruf. Im 15. Jh. kam es zu einer Stagnation des Klosterlebens.
Von der Anlage ist nur die Kirche erhalten, eine flachgedeckte roman. Basilika mit Stützenwechsel (erbaut um 1150) und gotischem Chor (erste Hölfte 14. Jh.).