Apsis

Aus Mittelalter-Lexikon
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Apsis (Mz. Apsiden; v. grch., lat. apsis, absis = Wölbung, Bogen, Kreissegment; mhd. abside, apsite; hier: Chor einer Kirche; auch Chorhaupt, concha, exedra, tribuna, bema, presbyterion). Halbrunder oder polygonaler, oben mit einer Halbkuppel bzw. mit Gewölbekappen geschlossener Raum, der einen Hauptraum (etwa ein Kirchenschiff) abschließt und zur Aufnahme eines Altars bestimmt ist (Altarnische). Kirchenapsiden finden sich fast ausschließlich an der östl. Schmalseite des Baus, auch an den Enden des Querbaus (s. Ostung). Seit der karoling. Zeit wird zwischen Apsis und Querschiff das Chorquadrat eingeschoben, zuerst belegbar im St. Gallener Klosterplan (um 820). Bei roman. Kirchen finden sich vielfach drei Apsiden nebeneinander (Dreikonchenanlage); bei doppelchörigen Anlagen (s. Chor) kann der Ostapsis eine Westapsis gegenübergestellt sein. Bei got. Kirchen ist die Apsis räumlich in den Chor einbezogen und häufig durch einen ®Kapellenkranz erweitert.