Belfried

Aus Mittelalter-Lexikon
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Belfried (abgewandelte Form von ®Bergfried [ahd. berg-frithu]; mlat. berfredus, perfridus; in frz., engl. und ital. Abwandlung auch belfredus, belfragium, balfredus, belfroy, belfry und battifrede). Während unter bervrit und battifrede im Deutschen bzw. Italienischen der Hauptturm einer Burg (imposanter Wehrbau, hohe Warte, fester Verwahrungs- und letzter Zufluchtsort in einem) verstanden wurde, bezeichneten Franzosen, Flandern, Belgier und Engländer damit einen glockentragenden Stadt- oder Rathausturm. (Den auch zu Wohnzwecken dienenden Haupt-Burgturm nannten Franzosen Donjon, Engländer Keeptower oder Keep.) Der Belfried war ein turmartiges Gebäude über rechteckigem Grundriss, freistehend oder in Verbindung mit einer Halle, meist am Hauptplatz der Stadt gelegen. Er beherbergte einen Turmwächter und die Stadtglocke. Beispiele: Tournay, Ypern, Brügge, Kortrijk (13. Jh.), Gent, Sluis (14. Jh.), Aalst, Arras (15. Jh.).