Bettzeug

Aus Mittelalter-Lexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bettzeug, -ware (mhd. bettegewant, -gewaete, -wat, -ziechen). Darunter versteht man die Gegenstände, die zum Schlafen in einem Bett als Unterlage, Stützpolster, Zudecke und Bezugstoff dienen. Ma. Bettzeug war unterschiedlich je nach Stand, Vermögen und Repräsentationsbedürfnis und je nach Jahreszeit. Während Bauern, arme Leute und Mönche in ihrer Kleidung auf Strohsäcken und unter einem Mantel, einer groben Wolldecke oder einem Schafsfell schliefen, waren die Betten der Reichen, die sich nackt oder in spezieller Nachtkleidung zur Ruhe begaben, ausstaffiert mit Matratzen, Leintüchern, daunengefüllten Polstern (als Kopfteil), Kopfkissen und Oberbetten, Pelzdecken, dekorativen Überdecken (Bettspreiten), gemacht aus bester Schafwolle, aus Baumwolle, Barchent oder Seide, geschmückt mit Pelzbesatz und Stickereiarbeit. Zum Bettzeug im weiteren Sinn zählten das Nachtgewand, der Betthimmel und Bettvorhänge sowie der Bettstein (Wärmespender). Kinderbetten und –wiegen waren, abgesehen von dem steil ansteigenden Kopfteil, ähnlich denen der Eltern ausgestattet. – Unsere Kenntnis vom Bettzeug des MA. stammt zum größten Teil aus zeitgenössischen bildlichen Darstellungen.
(s. Baldachin, Bett, Bettstein, Ziechenweber, Dormitorium, Federn, Leintuch s. Flachs, Kissen, Matratze, Möbel, Nachtkleidung)