Bewetterung

Aus Mittelalter-Lexikon
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Bewetterung (zu mhd. weter, wetter = Wind, Luft). Im Untertage-Bergbau stellte sich das Problem der Abfuhr verbrauchter Luft und schädlicher Gase ("Wetterlosung") und der Zuführung von Frischluft ("Bewetterung"). Dazu nutzte man zunächst den natürlichen Luftzug, der durch Temperatur- und Höhendifferenzen zustandekam. Diesen förderte man durch Luftschächte und Durchhiebe zwischen Strecken und Stollen. Den Auftrieb unterhielt man durch "Kesseln", das Schüren von Feuerkörben im Schacht. Im SMA. kamen göpel- und wasserradgetriebene Blasebälge auf (frnhd. wetterbelge, "gezeug so wetter in die gruoben bringen oder boeses herauß ziehen"), daneben suchte man den Zug durch Windhauben (frnhd. windtfeng) über den Schächten zu erhöhen. Wo alle Bemühung um Zufuhr von Frischluft oder Abführung schlechter Wetter erfolglos blieben, mussten Stollen und Schächte wegen der Erstickungsgefahr aufgegeben werden.
(s. Feuersetzen, Wetter (mont.))