Brüssel

Aus Mittelalter-Lexikon
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Brüssel (Bruxelles). Stadt an der Senne im Herzogtum ®Brabant, gelegen am Ort einer römischen Siedlung des 1./2. Jh., die zwischen 500 und 700 von Franken besetzt wurde. Erstmals erwähnt in einer Chronik von Kaiser Otto I. für 966 als Kaufmannssiedlung (Wik) Bruoscella ("Siedlung im Bruch"). Um 1100 Befestigung des Ortes durch die Herzöge von Brabant zur Sicherung der Handelsstraße zwischen Köln und Brügge. Ein blühendes Textilgewerbe sowie die Erzeugnisse erstklassiger Gold- und Silberschmiede brachten der Stadt im 12. Jh. Wohlstand und Wachstum; im 13. Jh. musste sie samt ihren Vorstädten von einem neuen Mauerring umgeben werden. 1221 erste urkundliche Erwähnung der herzoglich-brabantinischen Tuchhalle. 1303 bemächtigten sich die Zünfte des Stadtregiments, das sie drei Jahre halten konnten, ehe es wieder an die brabantinischen Herzöge fiel. Ende des 14. Jh. wurde die Herzogsresidenz von Löwen nach Brüssel verlegt. 1357 wurde mit dem Bau eines neuen Berings mit sieben Stadttoren begonnen. Nach dem Tod Herzog Ludwigs von Maele (1384) fällt Brabant an Philipp den Kühnen, Herzog von Burgund und Gatte von Margarete, Herzog Ludwigs Tochter. Es beginnt die burgundische Phase und die Blüte Brüssels. 1430 gelangt die Stadt unter Philipp d. Guten in den Rang der Hauptstadt Burgunds. Um die Mitte des 15. Jh. zählte Brüssel mit ca. 45 000 Einwohnern zu den größten Städten Europas. 1482 kommen Brüssel und die südlichen Niederlande unter die Herrschaft der Habsburger, die Brüssel zur Hauptstadt der Niederlande machen.
An ma. Bausubstanz haben sich das spätgot. Rathaus (14./15. Jh., mit hohem Belfried), die Kathedrale St. Michael (früher St. Gudula, 13./15. Jh.) und das Brothaus erhalten.