Braunschweig (Stadt)

Aus Mittelalter-Lexikon
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Braunschweig (Stadt). Im Schutz der Burg Dankwarderode der sächs. ®Brunonen, gelegen auf einer Insel in dem von hier ab nach Norden schiffbaren Flüsschen Oker, entstanden im 10. Jh. ein Hafen und ein Handelsplatz (wik). In der Weiheurkunde der Magnikirche aus dem Jahr 1031 ist erstmals der Name "Brunesguik" („Brunos Wiek“) erwähnt. Er benennt einen Hafenplatz der Brunonen an der Stelle, wo die Fernhandelsstraße vom Rhein zur Elbe die Oker überquert. Graf Ekbert II., Stadtherr von Braunschweig und Markgraf von Meißen, richtete 1068 eine Münzstätte ein. Heinrich der Löwe (1129 - 95) machte Braunschweig zu seiner festen Residenz, ersetzte die Burg durch einen Neubau, in dessen Innenhof er 1166 sein Wappentier, einen in Bronze gegossenen Löwen, aufstellen ließ. (Der "Braunschweiger Löwe" stellt ein Hoheits- oder Rechtszeichen dar; der Form nach ist er eine Vergrößerung von Vorbildern der Kleinkunst, etwa der Aquamanilia.) Ab 1173 entstand der Dom St. Blasii. Um 1200 wurden die roman. Basiliken St. Martini, St. Katharinen und St. Andreas erbaut. 1227 erlangte Braunschweig das Stadtprivileg, nach 1300 wurde das nunmehr aus mehreren Teilstädten bestehende Stadtkonglomerat vereinigt und mit einer türmebewehrten Mauer umgeben. Der wirtschaftliche Aufschwung basierte großenteils auf Tuchproduktion und Metallarbeiten. M itte des 13. Jh wurde Braunschweig Mitglied der Hanse, und erlangte weitgehende Freiheit von der Stadtherrschaft der Herzöge. Ausdruck bürgerlichen Selbstbewusstseins ist das schon vor 1253 urkundlich belegte, im 14. Jh. den Konturen des herzöglichen Schlosses nachgebaute (und 1894-1900 im neugot. Stil neuerrichtete) Rathaus.
Von den ma. Baudenkmälern der Stadt sind erhalten bzw. nach den Zerstörungen von 1944 wiederaufgebaut worden: Burg Dankwarderode (12. Jh., mit Palas, Doppelkapelle und Löwendenkmal); Dom St. Blasii (errichtet 1173-1226, ehem. Stiftskirche, dreischiffige roman. Gewölbebasilika, mit Grabmal Heinrichs d. Löwen, seiner Gattin Mathilde und Ottos IV.; im 14. und 15. Jh. mehrfach erweitert); Andreaskirche (13. – 15. Jh.); Katharinenkirche (13. – 15. Jh.); Michaelikirche (12. Jh.); Petrikirche (gegr. 12. Jh.); Magnikirche (11. Jh.); Ägidienkirche (13. – 15. Jh.); Martinikirche (12./13. Jh.)