Codex Rotundus

Aus Mittelalter-Lexikon
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Codex Rotundus (runder Codex). Unter diesem Namen ist ein Stundenbuch in lat. und frz. Sprache bekannt, deren 266 Pergament-Blätter von runder Form sind, einen Durchmesser von 9 cm haben, an einem Rücken von nur 3 cm Höhe geheftet und von Deckeln mit drei ziselierten Schließen zusammengehalten sind. Rund sind nicht nur die Seiten, sondern auch der Textspiegel sowie die Miniaturen eines namentlich nicht bekannten Meisters aus Brügge („Maler des Codex Rotundus“).
Diese bibliophile Kostbarkeit ist Ende des 15. Jh. in Brügge entstanden. Auftraggeber und Erstbesitzer war – ausweislich der erhaltenen Wappen- und Initialen-Reste – Herzog Adolf von Kleve und Graf von der Mark, der als Neffe Herzog Philipps des Guten eng mit dem burgundischen Hof verbunden war. Der heutige Aufbewahrungsort ist die Dombibliothek Hildesheim (Hs 728).
(s. Stundenbuch)