Dachrinnen, Regenrinnen

Aus Mittelalter-Lexikon
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Dachrinne, Regenrinne (mhd. dach-, wazzer-troufe, -trouf). Das von der Fläche ziegelgedeckter Dächer abfließende und von der Dachkante abtropfende Regenwasser wurde in hölzernen Rinnen unter der Traufe gesammelt und erst an deren Ende - in deutlichem Abstand zum Fundament - im freien Fall zu Boden geleitet. Die Rinnen wurden zimmermännisch in einem Stück aus ca. 10 bis 15 m langen, der Länge nach aufgesägten Fichten- oder Lärchenstämmen gefertigt. Mit einem Hohldechsel wurde das Kernholz herausgemeißelt, das Splintholz in Halb-Röhrenform stehen gelassen und an der Außenseite glattgehobelt. Die fertigen Rinnen wurden mit leichtem Längs-Gefälle an die Enden der überstehenden Dachsparren angeschlagen.
Dachrinnen aus Metall-Blech sollten erst im 17. Jh. aufkommen. Bis dahin versuchte man die Haltbarkeit der hölzernen Rinnen zu verlängern, indem man sie mit Blei auskleidete oder mit Teer bzw. Pech ausstrich. Durch hölzerne Regenrinnen war erhöhte Brandgefahr gegeben, weshalb sie in Städten vielerorts verboten wurden und sich nur an Bauernhäusern erhalten haben.
Im ma. Recht galt die Trauflinie als äußerste Grenze des Hauses. Dem Aberglauben zufolge endeten die Macht von Dämonen Hexen sowie die Wirkung von Schadzauber an ihr.
(s. Wasserspeier)