Flechtband

Aus Mittelalter-Lexikon
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Flechtband. Ornamentales Ziermotiv, gebildet aus regelmäßig verschlungenen bandartigen Riemen oder Streifen. In Europa seit vorgeschichtlicher Zeit bekannt, erlebte das Motiv seine Hochblüte im FMA., als es über den größten Teil des Abendlandes bis nach Italien, Irland und Skandinavien verbreitet war. Es findet sich sowohl in der ornamentalen Kleinkunst und in der Buchmalerei als auch in der Bildhauerei an Steinbauten. Beispiele: Dagulfpsalter (entstanden zw. 783 und 795; Wien, Österr. Nationalbibliothek), Bildstein aus Alskog (8./9. Jh.; Stockholm, Nationalmuseum), Elfenbeinkästchen (um 1000; südskandinav. Arbeit; München, Bayer. Nationalmuseum). Neben dem streifenförmigen Flechtornament finden auch flächendeckende Flechtornamente in der Form eines Matten- oder Gittergeflechts.
(s. Buchmalerei, Ornament)